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Unsere große Leidenschaft - AGILITY Hazel ist also nicht nur der Grund für meine Parson Russell-Leidenschaft, sondern durch sie bin ich auch zum Hundesport gekommen. Als ich sie bekam, war mein Wille, bei ihr alles richtig zu machen,
riesengroß. Somit war es selbstverständlich, dass ich eine
Welpenstunde besuchte. Mehr hatte ich erstmal nicht geplant, was aber
eher daran lag, dass ich vorher noch nie auf einem Hundeplatz
war und somit die vielfältigen Möglichkeiten gar nicht kannte. Hazel fand Welpenspielen super und schnell stellte sich heraus, dass das Energiebündel auch jede Menge Anforderungen in Sachen Erziehung an mich stellte. Sie hieß schon als Welpe mit Nachnamen "Selbstbewußt", und das zog sich logischerweise durch alle Erziehungsschritte mit ihr durch, so dass ich mich beschäftigen mußte, alles andere wäre mit ihr wohl nach hinten losgegangen - ein Softy sieht anders aus. Auf diesem Hundeplatz wurde auch Agility angeboten. Genau konnte ich nicht sagen, was sich in der Realität dahinter verbarg, im Internet hatte ich schon darüber gelesen und stellte mir in meinen Phantasien vor, das auch mit Hazel zu machen. (Erst einige Zeit später sollte ich lernen, wie lang der Weg dahin ist!) Längere Zeit passierte aber in diese Richtung nicht viel, wir spielten ein bißchen "Agility" in einer Fun-Gruppe, ohne großen Anspruch und wirkliche Ziele, es war eine reine Beschäftigungsmaßnahme für die Hunde und ihre Halter. Das reichte aber völlig, um mir zu zeigen, dass Hazel verrückt danach war, etwas zu machen und ich war nicht nur superstolz auf den kleinen Turbo, sondern fing natürlich auch Feuer. Und so kam es, dass mein Bedürfnis, Agility richtig zu lernen, immer größer wurde. Also machten wir uns auf die Suche nach anderen Möglichkeiten und fanden diese in einem Verein an der Stadtgrenze von Berlin. Hazel war damals 13 Monate, also auch alt genug, um richtig loslegen zu können. Na ja, unsere Euphorie wurde schnell gebremst, denn wir mußten vieles neu lernen, vor allen Dingen ich wurde auf einmal mit einem ernsthaften Agility-Training und einer vernünftigen Grundausbildung konfrontiert, und stellte immer wieder fest, wie wenig ich eigentlich wußte. Hazel fand alles großartig, Hauptsache Action. Wir haben uns aber davon in keinster Weise unterkriegen lassen, im Gegenteil, jeder Schritt in die richtige Richtung, ließ mein Bedürfnis ansteigen, mehr zu lernen und mehr zu wissen. Bald zeigte unsere Ausdauer erste Erfolge und mit 20 Monaten hat Hazel die BH bestanden. Im Mai 2001 startete Hazel das erste Mal in der
A0 und im Laufe des nächsten Jahres dann in der A1. Erst da wurde
mir langsam immer klarer, wie komplex die Agility-Ausbildung ist und
wie groß die Unterschiede zwischen Turnier und Training sein
können. Dieses Jahr - 2002 - war dann für unsere - meine
- Entwicklung ein steiniger Weg. Wir beide waren ja doch sehr unerfahren
und zusammen zwar ein rechtes Turbopaket, aber meistens nicht ganz
so, wie sich der Richter das vorgestellt hatte. Ich mußte so
unglaublich viel an mir arbeiten.... Aber das zähe Ringen um
die richtige Körperhaltung, die richtige Position im Parcours
oder das richtige Kommando zur rechten Zeit, sollte Früchte tragen.
Im Frühjahr 2003 stiegen wir nach zwei Turnieren in die A2 auf,
ich konnte es damals kaum glauben, denn wenn die Läufe rund sind,
dann ist es auf einmal so einfach. Und plötzlich wurden wir sicherer,
ich hatte meine Nerven (etwas) besser im Griff und konnte mich dadurch
auch besser konzentrieren. Nach weiteren drei Turnieren waren wir
in der A3 - da hatte ich dann wieder zitterige Knie. Denn, Wieder begann das Ringen um die Feinheiten. Die Verleitungen wurden heftiger, die Slalomeingänge öfters mal zum Verzweifeln und die Tunnelleidenschaft von vielen Richtern bescherte mir völlig neue Erkenntnisse in Sachen Parcoursgestaltung. Das erste Jahr in der A3, also 2004, denn wir starten nicht so oft, war dann auch gepflastert mit Diss, dann wieder gab es phantastische Läufe, nach denen meine Glückshormone Purzelbaum schlugen. Immer wieder zeigten sich Schwächen bei mir oder in der Anfangsausbildung (bei den Zonen arbeiten wir noch heute am richtigen Konzept für diesen Hopskäse). Es war nicht wirklich perfekt, nein, nein. Aber, mit jedem Lauf haben wir gelernt. Hazel wurde führiger, ich sicherer und vieles wurde selbstverständlicher. Trotzdem reichten unsere Qualis, um im April 2005 erstmalig bei den Weltmeisterschaftsqualifikationen starten zu können - richtig wollen wollte ich zwar nicht, weil ich schon ganz schön ehrfürchtig war. Wußte ich doch, dass die Top-Teams einfach mal noch einiges mehr auf der Pfanne haben als wir. Aber, wie so oft, wenn man mit tief geschraubten Erwartungen rangeht, läuft es unerwartet gut, denn wir haben uns sehr teuer verkauft. Mit Rang 11 kamen wir aus den ersten vier Qualiläufen, ein für uns bis heute wunderbares, unglaubliches Ergebnis. Im weiteren Verlauf des Jahres wurden wir Landesmeister und konnten damit bei der Bundessiegerprüfung starten. Da zeigte sich dann, wie es bei uns läuft, wenn ich Nerven zeige, nichts ging mehr, rien n´est va plus. Ein weiterer Punkt auf meiner Erfahrungsliste. Zu weiteren Meisterschaften sind wir schlicht nicht mehr gefahren, wir haben dann einfach mal Urlaub gemacht. 2005 war also ein Jahr, wo wir weiter an uns gearbeitet haben, wo manches gut und manches schlecht lief, aber insgesamt haben wir wohl wieder dazu gelernt. Tja, was soll ich sagen: Hazel, meine Hazel, wir kennen uns mittlerweile so gut, sind mit den Jahren immer mehr zusammen gewachsen, sie ist meine Bank und besitzt mein absolutes Vertrauen, welch ein Glück, solch einen Hund zu besitzen. So war und ist unser Weg, es geht immer weiter.
Wir trainieren, spielen, Und ich möchte auf diesem Weg den beiden Menschen danken, die einen großen Anteil an meinem Werdegang haben: Einmal Anne Wildt, unsere 1. Vorsitzende, und ganz besonders meinem Mann Roger, der uns von Anfang an betreute, mir immer zäh, geduldig und manchmal auch pisackend zur Seite steht, immer für mich da ist, an mich glaubt, mich aufbaut, tröstet oder sich ganz einfach mit mir freut. |
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