Hazel, meine Hazel, sie ist mittlerweile
sieben Jahre alt, mein Ernstl und sicherlich meine ganz große Liebe
in Sachen Parson Russell Terrier.
Hazel - von Anfang an ein charismatischer
Hund, autark, sich selbst genügend, von Welpenpfötchen an eher erwachsen als verspielt.
Immer aufmerksam, aber nie mit "will to please" ausgestattet - eine Herausforderung
- nur Aussenstehende konnten sie süß nennen. Immer den Tick
zu schnell, zu schlau und zu motiviert, um wirklich verständlich zu
sein. Eine wirkliche Aufgabe, die es sich lohnte, anzunehmen.
Energie erforderte dieses Bündel von Hund, Auseinandersetzung
mit ihren Qualitäten und Eigenschaften und mit meinen eigenen Fähigkeiten,
sie zu führen und zu unterstützen.
Nach ca. einem Jahr entwickelte sich
eine Harmonie, die sich bis heute immer weiter vertieft. Sie schläft im Bett, natürlich
und fast immer bei mir, sie ist großzügig gegenüber allen
anderen Hunden unseres Rudels und zeigt hier wirklich wahre Größe.
Keine Zweifler läßt sie zu, wenn es um die Arbeit mit mir geht,
hier wird mürrisch alles weggeknurrt, was sich ihr nähert: Stört
mich nicht, ich muß mich konzentrieren.
Bällchen werden stundenlang auf dem Platz gesucht, Kontaktzonentraining
ist ein Heidenspaß, Spazieren gehen langweilt eher, ein nicht wirklich
charmanter Hund, die Hazel, aber eine wahre Persönlichkeit, mit viel
Schneid, einem großen Herzen und ganz viel Selbstbewußtsein
ausgestattet. Mein Traumhund.
Aber von Anfang an:
Hazel entwickelte sich von einem kleinen
Pummel
mit ausgesprochen eigenen Charakterzügen zu einer sehr langbeinigen
Hündin , die auch die größte ihres Wurfes
werden sollte. Dabei ist sie aber so filigran und zart geblieben,
dass ihr Brustkorb weiterhin spannbar ist. Ihre Fellqualität ist
ein dichtes, knappes Rauhaar ohne Bart. Sie hat gut viel
Farbe
und besticht durch eine saubere Tricolor-Zeichnung .
Sie hat ungefähr drei "große" Lieblingsbeschäftigungen:
Auf den Hundeplatz fahren und dort "irgendwas machen", spazieren
gehen und dabei möglichst viel Ball spielen und sich mit dem
Rest unseres Rudels zusammenrotten und die Gegend unsicher machen.
(In dieser Reihenfolge)!!! Kleine Lieblingsnebenbeschäftigungen sind:
Staubsauger jagen, Bälle und deren Schnüre in Windeseile zerschreddern,
Bällchen vor dem Ertrinken retten, Bambi jagen, ins Bett gehen und
kuscheln.
Ihr Charakter ist sicherlich als eher stolz, ausgeglichen und ernsthaft zu
bezeichnen. Wobei Außenstehenden dies
nicht auffällt, weil sie sich hier immer offen , zugänglich und freundlich zeigt.
Sie schmust, spielt auch mit Kindern und ist ausgesprochen nett.
Trotzdem ist sie ein Hund, der sich erst auf den zweiten, dritten
oder vierten Blick erschließt und vieles
bleibt wohl auch ihr Geheimnis. Man könnte sie sogar als introvertiert
bezeichnen, sie braucht immer wieder ihre Rückzüge, um dann, wenn
es wichtig und interessant für sie wird, mit 100%-igem Leistungswillen
voll da zu sein.
Einen
völlig anderen Hund habe ich dann auch, wenn wir den Hundeplatz
betreten, dann bin ich der Mittelpunkt ihrer Welt, sie umkreist
mich, versucht mich anzutreiben und gibt alles, das kann man wirklich
sagen. Sie ist voll da, lässt sich durch nichts irritieren
oder aus dem Konzept bringen. Das ist ihre Welt, das ist spürbar.
Hazel lebt und kämpft für ihre Aufgabe. Im Agility hat
sie eine Aufgabe gefunden, die ihr entspricht. Sie ist schnell, nicht
immer leicht zu führen, absolut nervenstark und belastbar.
Sind wir im Parcours, gibt es nichts anderes für sie.
Mit anderen Hunden versteht sie sich wunderbar, ihr Selbstbewusstsein lässt hier keine Zweifler zu, sie wählt aus, mit wem sie
spielen möchte und dies in der Jack-Russell-typischen lauten
und raufigen Art, die anderen, die Uninteressanten, werden schlicht
ignoriert.
Wasser ist nicht zwingend ihr Element, ohne Grund geht sie
n
icht
rein, einfach nur um des Schwimmens Willen, das ist zu profan, es
muss sich schon lohnen. Wird aber der Stock, der Ball oder sonst
was geworfen, gibt es kein Halten und kein Zeitlimit, sie würde wahrscheinlich,
bis über jede Grenze hinaus, immer wieder alles aus dem Wasser
bringen.
Im Haus ist sie ruhig und kaum spürbar, erst seitdem wir ein
kleines Rudel haben, ist sie mehr auf Achse, sie tobt und spielt lautstark,
aber dann zieht sie sich auch wieder zurück, während die
"Blödies" Kiwi und unser Baby Coffee kaum ein Ende
finden.
In den Wahnsinn kann sie einen also treiben, aber gerade das ist
es ja, was ich so an ihr liebe. Ohne Rücksicht auf sich selbst, wird
jedweder Trieb versucht auszuleben, um dann, wieder zu Hause, nach
dem Verputzen einer großen Portion Futter, still und heimlich auf
dem Sofa oder im Bett zu verschwinden.
Übliche Konversation dazu: "Weißt
Du, wo Hazel ist???" "Ne, keine Ahnung, ich geh mal gucken!"
Sekunden später: "Sie ist im Bett." "Achso, dann ist
es ja gut....!" Finale eines ereignisreichen Tages. Hazel -
Superstar - ganz klein und kuschelig.
Abschliessend zitiere ich hier eine Beschreibung von Antje
Heller, die einmal versuchte, bestimmte Charakterzüge aus ihr
bekannten Zuchtlinien zusammen zu fassen. Die nachfolgende gehört
zu Hazel Ahnen und trifft es vollkommen:
Sie

haben
in ihrer Jugend mal eine ausgeprägte "Trotzphase", die eine
gewisse Hundeerfahrung oder gutes Einfühlungsvermögen erfordert. Sie "fragen" nach
ihren Grenzen und sind glücklich diese verständlich vermittelt zu bekommen,
was ihnen viel Sicherheit verleiht. Hat man diese Phase erfolgreich gemeistert,
hat man den Traumhund schlechthin. Bekommen sie keine Grenzen gezeigt, können
sie echt ätzend werden und neigen z.T.
auch dazu, ihre vergötterte Person zu beschützen, Artgenossen eifersüchtig
abzuwehren, zickig zu reagieren (dabei immer mit "Herzchenblick" zum angebeteten
Menschen). Wird dieses Benehmen aber unterbunden (was nicht mal hart, nur
konsequent erfolgen muss!) sind sie die Ruhe und Toleranz in Person.