Outlaw Unique -
Gedanken, was für einen Hund das Beste ist....
Unique, Augenstern, Zaubermaus, ein Hund zum lieb haben
und immer drücken. Und Unique, immer ein wenig mehr Opfer, ein wenig
mehr unsicher, ein wenig mehr ängstlich, als es ihr in einem Rudel
gut tut.
Nie gab es für mich die Alternative einen Hund in ein
anderes zu Hause zu geben, immer sollten es meine Hunde bei mir ihr ganzes
Leben gut haben. Dann betrachtete ich über lange Zeit Unique´s
Entwicklung. Und irgendwann fragte ich mich innerlich, ob es die kleine
Maus nicht als einzelner Hund besser haben könnte. Ich selber nahm
mir diese Gedanken übel, aber, wenn ich wieder in einer Situation
war, in der Unique gemoppt wurde oder sich hinter mir versteckte, dann
kamen die Gedanken wieder.
Ich sprach mit Antje, Unique´s Züchterin.
Sie kann es vielleicht noch eher nachvollziehen als manch anderer, da
sie auch Situationen kennt, wo es Hunde gibt, die sich in ein Rudel nur
schwer - aus verschiedenen Gründen - eingliedern lassen. Mit Christine
sprach ich auch, die sich ja auch von ihrer Canny schweren Herzens getrennt
hat. Ich war hilflos ...
Irgendwann sprach ich darüber auch mal mit meiner guten
Freundin Natascha, die selber einen Jackie hat und ihr Freund einen DSH.
Auch diese beiden müssen erleben, was es heißt, wenn der größere
Hund erwachsen wird und der Kleinere unsicher und körperlich unterlegen
ist. Dem Jackie tut dies nicht wirklich gut, erst vor kurzem hat es wieder
zwischen den beiden geknallt - und zwar so heftig, dass Furby an mehreren
Stellen genäht werden mußte. Da die beiden aber nicht zusammen
leben, ist die Situation trotz und alledem leicher zu händeln. Zunehmend
verstärkte sich dadurch auch meine Sorge um Unique.
Natascha erzählte mir dann von Anna, ihrer Schwester
und Björn. Die beiden fänden Unique ja so zauberhaft und würden
ja selber mit Begeisterung immer auf Furby aufpassen, wenn es mal nötig
wäre. Vielleicht sollte sie mal ein Wochenende dort sein, dann könnten
wir sehen, wie es Unique damit geht, ob wir damit klar kommen und ob Anna
und Björn den kleinen Wusel auch morgens, mittags und abends um sich
haben wollen.
Und so zog Unique, nach einiger Vorbereitung, etwas später
mit einer großen Tasche, Decken, Futter, Leinen, Spielzeug und was
sie sonst noch brauchen könnte, in ein langes Wochenende zu Anna
und Björn.
Als ich sie zum Auto brachte, tappelte sie gleich hin, krabbelte
rein und legte sich in die Box. Mir standen die Tränen dicht an der
Oberkante und als sie losfuhren, kam der Sturzbach. Abends bekamen wir
dann eine MMS mit einer kuschelnden Unique auf dem Sofa und dem Text "Macht
euch keine Sorgen, es geht mir gut hier!"
Wie ich dann durch mehrere Gespräche erfuhr, lebte
sich Unique völlig unkompliziert ein, sie schloss sich sofort Anna
an (sie ist einfach ein Frauenhund), war frech und einfach so wie sie
immer ist, wenn sie sich sicher fühlt, eben zauberhaft. Roger und
ich waren fassungslos, wie leicht und schnell sie sich umstellte.
Nach dem Wochenende meldete sich Anna. Sie würde Unique
gerne zu sich nehmen, ob ich zustimmen würde? Roger und ich
sprachen lange, was sollten wir tun? Bei uns zu Hause war die Situation
viel ruhiger und sichtlich ausgeglichener, Unique ging es nicht nur gut,
sondern augezeichnet und Anna und Björn vergötterten sie. Da
gab es eigentlich keine Alternative. Sie sollte bleiben.... und so ist
es bis heute....
Unique geht es hervorragend, ich höre immer ganz viel
von ihr, kenne ich aktuelles Gewicht, wann sie beim Arzt zum Impfen war,
ein Ball in einer Schrebergartensiedlung gelandet ist und Anna und sie
traurig davor standen oder sie die Chinchillas von Natascha bewacht. Sie
ist Prinzessin, wird umsorgt, ist viel unterwegs und Anna und Björn
lieben sie sehr.
Ich selber kann mich innerlich nicht so leicht lösen,
abends fehlte und fehlt sie mir am meisten, wenn ich zur Ruhe komme und
sie nicht mehr mit mir kuschelt. Nur das Wissen, dass sie dort bestens
aufgehoben ist, macht diesen Weg für mich gangbar.... Wiedergesehen
habe ich sie noch nicht, das könnte ich nicht ertragen, wenn der
kleiine Hopskäse auf mich zustürzt und ich sie dann wieder ziehen
lassen muss. Und für sie wäre es vielleicht auch nicht so leicht
zu verstehen. Eventuell treffen wir uns beim Festival...
Hier hat die Vernunft und das Schicksal
(so man daran glaubt) einen Weg für unsere Kleine gesucht, hätte
es sich mit Anna und Björn nicht so toll und einfach gefügt,
würde ich nicht ständig wissen, wie es ihr geht und so das Gefühl
haben, dass ich noch ein wenig an ihrem Leben teilhabe, wäre es vielleicht
anders gekommen. Einen zweiten Versuch in diese Richtung hätte ich
wohl nicht ausgehalten und hätte ich mir auch für Unique nicht
gewünscht. Dies alles ist schon ein wenig her, aber erst jetzt finde
ich überhaupt Worte, um es irgendwie niederzuschreiben. Unique wird
in meinem Kopf auch immer noch mein Hund bleiben und deswegen gehört
ihr auch ein Platz auf dieser Seite.
Mein Dank geht hier an Anna und Björn, die Unique eine
neues zu Hause bieten, wie es meiner kleinen Zaubermaus entspricht....
und an Natascha und Matthias, die mir immer wieder berichten, wie es der
Kleinen geht und die diesen Kontakt hergestellt haben.