Sie haben eine Liste von in Frage kommenden Züchtern zusammen gestellt und jetzt geht es an´s Abtelefonieren. Vielleicht sind Sie dabei eher ein Typ wie ich, ganz aufgeregt und vergessen dann doch das Wichtigste zu fragen.
Deshalb habe ich
eine Checkliste ("Download
eines Fragenkatalogs") für Sie zusammengestellt,
den Sie auch ausdrucken können, so dass sie eine Unterlage haben,
in das sie gleich alle Antworten eintragen können. Hinterher hat man
ja doch oft die Hälfte gleich wieder vergessen.
Wahlweise können
Sie natürlich auch Kontakt über email aufnehmen, manches fragt sich so
ja leichter.
Also, Nummer wählen und los, Namen nicht vergessen....
Wenn Sie es nicht bereits über eine Züchterhomepage erfahren konnten, ist die erste Frage: Gibt es zur Zeit Welpen?
Wenn ja, fragen Sie nach dem Wurfdatum und der Wurfstärke und ob noch Welpen frei sind. Sind noch Welpen frei, fragen Sie nach dem Geschlecht und nach dem Verhalten des Hundes bzw. warum der Welpe noch frei ist.
Und natürlich, wann das voraussichtliche Abgabedatum sein wird. Frühestmöglicher Abgabetermin ist mit 8 Wochen, einige Vereine geben erst später ab.
Fragen Sie nach Haarqualität (falls schon gut erkennbar) und nach den Abzeichen und wie viel Farbe die Welpen haben. Beim Parson (Jack) Russell Terrier ist die Farbpalette von weiß, über rot-weiß, lemon-weiß, tricolor, schwarz-weiß in unterschiedlichster Kombination und Menge sehr facettenreich vorhanden - gestromt oder mehr als 50% Farbe sind allerdings nicht gestattet.
In Deutschland besteht Kupierverbot von Ruten (und Ohren) - Ausnahme: Jagdliche Leistungszuchten! Fragen Sie also ruhig nach, ob die Welpen kupiert sind - sollte dies der Fall sein und der Welpe stammt aus keiner jagdlichen Zucht, sollten Sie ruhig nachfragen, warum dies so ist. Kupierte Ruten sind verboten und deshalb würde ich an dieser Stelle Abstand vom Kauf bei diesem Anbieter nehmen.
Erkundigen Sie sich nach dem Zwingernamen und nach dem aktuellen Buchstaben (für die Namensgebung) bei diesem Wurf. Hier können Sie vielleicht sogar noch den Namen ihres Welpen mitbestimmen.
Gibt es bei diesem Züchter zur Zeit mehrere Würfe. Wenn ja, erkundigen Sie sich, ob es Würfe der gleichen Rasse sind und wie viele Zuchthündinnen der Züchter hat. Dies muss überhaupt kein Problem darstellen, weil bei Züchtern mit mehreren Hündinnen, sich die Läufigkeiten oft angleichen und es durchaus Sinn macht, diese (natürlich so, dass es händelbar ist) gleichzeitig zu belegen, was auch den Welpen (mehr Spielpartner) zu Gute kommt. Kann aber leider auch ein Hinweis sein, der nicht positiv ist. Hier also nachfragen, der Züchter, der hier gerne und problemlos Auskunft gibt, hat sicherlich auch keinen Grund etwas zu verbergen. (Hier bitte noch mal lesen: Welcher Züchter?) Hier sollten Sie sich dann vor Ort einen Eindruck verschaffen, wenn alle anderen Fragen zur Ihrer Zufriedenheit beantwortet wurden.
Wenn nein, dann fragen Sie nach dem nächsten geplanten Wurf und nach den Eltern dieses Wurfes.
Fragen Sie nach, wie die Welpen geprägt werden, was der Züchter hier unternimmt. Hier werfen Sie ruhig noch mal einen Blick in das Kapitel Prägung.In welchem Verband ist der Züchter Mitglied? Haben Sie die Züchteradresse nicht von einer Welpenvermittlung, fragen Sie hier nach und erkundigen sich über diesen Verband.
Fragen Sie ruhig nach Ausstellungserfolgen oder Leistungskennzeichen. Ein Hund z.B. aus reiner Leistungszucht kann hohe Anforderungen an einen Ersthundebesitzer stellen, während bei reinen Schönheitszuchten manche rassetypische Eigenschaft schon etwas in den Hintergrund tritt. (kann, muss nicht....)
Deshalb immer gut nach den Eigenarten der Welpen (wenn schon erkennbar) fragen! Ein Züchter kann ab einem bestimmten Alter der Welpen meist schon gut abschätzen, wie sich der Charakter des Welpen darstellt.
Daraus ergibt sich gleich die nächste Frage: Wie schätzt der Züchter das Wesen der Mutter ein? Natürlich ist jeder Züchter ziemlich begeistert von seiner Hündin, aber durch seine Beschreibung können Sie oft schon erkennen, worauf er besonders Wert legt. Das Gleiche gilt natürlich für den Deckrüden, der aber oftmals nicht im Besitz des Züchters ist, so dass die Beschreibung desselben durchaus neutraler ausfallen kann.
Wenn Sie denn dann den Züchter besuchen: Ist es möglich Mutter und Welpen zu sehen. Unter normalen Umständen ist dies bei seriösen Züchtern immer möglich, ein Hundehändler hingegen hat die Mutter der angebotenen Welpen meist nie gesehen. Wird dies - ohne plausible Erklärung - abschlägig beantwortet, brauchen Sie gar nicht weiterfragen.
Fragen Sie, ob Sie die Ahnentafel der Mutter/Eltern sehen können. Zumindest die Papiere der Mutter müssen da sein, sonst s.o. (Ende der Vorstellung).
Fragen Sie auch nach Impfungen und Entwurmungen, welche, wie oft und wann? Und natürlich, ob der Nachweis darüber in einem Impfpass geführt wird.
Wann wird die Ahnentafel des Welpen übergeben? Dies erfolgt meist erst nach Abgabe des Welpen, weil die Wurfabnahme erst mit der 8. Woche erfolgt, dann aber die Welpen schon abgegeben werden. Die Übersendung der Papiere kann also länger dauern, was aber völlig normal ist.
Ach ja, und der Preis, natürlich, auch wenn dies nicht im Vordergrund stehen sollte bei der Anschaffung eines Hundes, der wohl so um die 10 bis 15 Jahre lebt, müssen Sie hierzu schon fragen. Die Rasseverbände geben Preise in engen Bahnen vor, erkundigen Sie sich vor diesen Gesprächen, wie die Preise üblicherweise sind, damit Sie Ausreißer nach oben oder unten gleich bemerken. Lassen Sie sich bitte NIEMALS über einen günstigen Preis ködern.
Leider wirkt dieser Ablauf jetzt sehr schematisch, im wirklichen Leben wird sich hoffentlich schnell ein nettes Gespräch entwickeln, in dem Sie feststellen, dass sie schon an der richtigen Adresse sind. Je mehr Fragen Sie beantwortet bekommen und je mehr Sie über die Philosophie erfahren um so besser.
Und noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Lassen Sie sich nicht bedrängen und nehmen Sie sich die notwendige Zeit um ganz sicher zu gehen. Ein persönlicher Kontakt ist unumgänglich, denn auch ein noch so sorgfältig und genau geführtes Telefonat, ersetzt nicht den tatsächlichen Augenschein. Hundekauf ist Vertrauenssache!
Womit wir zum nächsten Schritt übergehen: Ihr Besuch beim Züchter!
