Ja, auch das gehört ja zur Gesundheit eines Hundes bzw. hier jetzt Parson- oder Jack Russell Terriers dazu. Die richtige Pflege des Fells.

Von den Haararten her unterscheiden wir zwischen dem glatt-, stock- (broken) und rauhaarigen PRT. Oft bekomme ich am Rande mit, dass Hundebesitzer denken, es gäbe auch die Variante “Langhaar” – NEIN, dem ist nicht so.!

Nun gut, werden dann viele sagen, warum denn auch nicht, warum soll ich denn meinen Parson der Tortour des Trimmens aussetzen, wenn es doch so auch geht und er zudem noch so niedlich aussieht. Und wenn es mal ganz schlimm wird, na, dann kann ich es ja immer noch abschneiden oder die Schermaschine nehmen.

Ein langhaariger Parson ist einfach nur ein Hund, dessen Fell nicht getrimmt wurde und deswegen lang ist.

Dem Fachmann werden sich spätestens an dieser Stelle des Dialogs die Nackenhaare hochstellen, weiß er doch um die Wichtigkeit eines korrekt getrimmten Fells des rauhaarigen Schlages.

Im einzelnen: Das Fell des Parsons unterliegt einer ständigen Erneuerung, d.h. neues Fell wächst nach, altes stirbt ab, die Unterwolle wächst, das Deckhaar wächst. Leider ist es so, dass das alte Fell nicht zur Gänze ausfällt, und wie durch Zauberhand der Hund über Nacht in neuem Haarkleid vor einem steht, sondern das neue und das alte (tote) Fell hängen geradezu aneinander. Je nötiger ein Trimmtermin wird, um so stärker fängt auch der rauhaarige Parson an zu haaren, was er sonst, im Vergleich zu den kürzeren Haarvaritäten, nicht oder zumindestens weniger  tut.  Oft kratzt er sich auch vermehrt, knabert an den Pfoten oder am After, je nachdem wo es gerade lästig juckt. Ein weiteres Indiz für “reifes” Haar, ist, dass das Fell insgesamt weicher wird. (Wenn wir davon ausgehen, dass ihr rauhaariger Parson auch ein rauhes und nicht zu weiches Fell von jeher hat.)


Was würde jetzt passieren, wenn Sie, wie oben angesprochen, eine Schere nehmen und schwubdiwupp die Pracht einfach kürzen. Sie würden das tote Haar nicht entfernen, sondern, da es ja am neuen Fell hängt, nur abschneiden, und was noch viel stärker mit Folgen behaftet ist, das neue Fell wird ebenfalls gekürzt. Sie erreichen damit , dass ihr Hund weiterhin einen Teil des alten Fells auf sich hat, das neue Fell sich nicht entwickeln und die Haut nicht gut atmen kann. Führen Sie diese Prozedur ein paar Mal durch, wird Ihnen auffallen, dass das Fell Ihres Hundes immer weicher und dünner wird, geradezu flaumig. Dieses Fell hat jedewede schützende Funktion verloren, seine Isolationsfähigkeit, z.B. gegen Kälte/Wärme oder auch Nässe ist dahin, auch Dreck, der bei einem gesunden Fell nach kurzer Zeit einfach abfällt, fühlt sich in dieser Art von Fell sehr viel wohler. Abgesehen davon, dass Juckreiz und Hautprobleme entstehen können, weil die Fähigkeit der Haut zu atmen, eingschränkt wird.

Wie sollte es also richtig sein?

Ein rauhaariger Parson- oder Jack Russell Terrier wird mehrmals im Jahr von Hand getrimmt.

Man entfernt mit einem nicht schneidenden Trimmmesser, einem Bimsstein oder der Hand das lose (tote) Fell. Der Hund hat dabei keine Schmerzen, denn dieses Fell ist locker. Was Sie selbst auch jederzeit testen können, in dem Sie einfach mal mit Daumen und Zeigefinger an einem vorstehenden Zipfel auf dem Rücken ziehen. Läßt sich das Haar leicht entfernen, ist der Zeitpunkt gekommen, den Hund zu trimmen.

Wie trimmt man??

Tja, das ist schwer zu beschreiben, besser läßt es sich zeigen. Ich persönlich trimme am liebsten mit einem Bimsstein. Dieser harte (blaue) Stein hält die Haare wunderbar fest, während ich die Strähnen mit dem Daumen an den Stein drücke. Problemlos kann man damit fast den ganzen Hund trimmen.  Zusätzlich nutze ich nicht schneidende Trimmmesser.

Beginnen sollte man ruhig auf dem Rücken, allerdings, habe ich ganz nervöse Kandidaten, fange ich oft mit dem an, was am schwierigsten ist, z.B. am Kopf.

Vergleich: links abgetrimmt - rechts viel totes Fell

Vergleich: links abgetrimmt – rechts viel totes Fell

Ansonsten kämmt man das Fell erstmal durch – gerne auch gegen den Strich, weil dadurch schon erkennbar wird, wo die Grenzen zwischen altem und neuen Fell sein könnten.  Dann geht man Stück für Stück vor, es folgen Rute, Beine und zum Schluß der Kopf. Der Bauch und die Innenseite der Hinterläufe sind sehr empfindlich, hier sollte man bewußt eine Schere oder Schermaschine einsetzen (und hier ist es auch sinnvoll und schadet nicht).  Die Pfoten werden am Rand leicht zurecht geschnitten und  zwischen den Ballen das überstehende Fell gekürzt. So niedlich es auch aussieht, wenn der Wicht mit dicken Fellpfoten daher tapst, mit der Zeit juckt auch dies und kann, bei vermehrtem Beissen an den Pfoten zu unangenehmen Folgen führen. Natürlich werden die Ohren auch von lästigen langen Haaren befreit, das passiert meist mit der Hand und gleichzeitig kontrolliert und die Krallen geschnitten, wenn nötig.

Am leichtesten ist es, wenn man den Hund regelmäßig leicht übertrimmt (rolling coat), das erspart lange Sitzungen und ist insgesamt dann einfach unkomplizierter. Sind Sie nicht selbst in der Lage zu trimmen, dann sollten Sie – je nach Haarzustand des Hundes – mehrmals im Jahr den Hund fachgerecht trimmen lassen.  Ich habe z.B. eine Hündin, die alle sechs Wochen zu mir kommt, andere wiederum sehe ich tatsächlich nur zwei Mal im Jahr – und das ist völlig ausreichend.

Nachstehend eine Bilderserie von einem vollkommen zugewucherten Parson (der Vater meiner Anna) bis hin zu einem doch ordentlich aussehenden Rüden. Angefangen haben wir die Serie leider erst als ich am Kopf schon einiges runtergenommen hatte, deswegen sieht er da schon etws normaler aus, wenn man mal von seinem Ziegenbart absieht.
Etwas anders sieht es bei den glatt- oder stockhaarigen Haararten aus. Diese haaren grundsätzlich stärker als der rauhaarige Schlag. Die Pflege des Fells ist aber ungleich leichter. Mit einem Gummistriegel oder auch (bei längerem Stockhaar) mit dem Bimsstein läßt sich loses Fell hervorragend entfernen und die Haarflut kann so eingegrenzt werden.

Was brauchen Sie also: Ein gutes Trimmmesser, z.B. von Hauptner (Kostenpunkt ca. 26 Euro, einen Bimsstein (von Scholl in der Drogerie – Kostenpunkt ca. 3,00 Euro) – es muss der blaue sein – eine scharfe Schere, möglichst gebogen und vorne abgerundet, damit die Hunde nicht verletzt werden, für die Detailarbeiten, wie die Pfoten. (Kostenpunkt ca. 30 Euro). Gutes Trimmzubehör erhalten Sie bei ehaso – Einen Trimmtisch brauchen Sie nicht unbedingt, man kann seinen Hund überall trimmen und nebenbei auf dem Schoß ist es sowieso viel entspannter, als lange ruhig auf einem Tisch zu stehen.

Und hier zur Veranschaulichung ein sehr gutes Video über eine Trimmsitzung mit einem broken coated Parson.

Meine Ausstattung:

Bimmstein von ehaso

Hauptner-Messer violett, grün, blau und weiß. (Kosten ca. 100 Euro)

Trimmmesser-Mars: 330, 324 “Käthe-Winters”, 320 für Kopf (Kosten ca. 40 (pro Messer) Euro)

Effelierschere (Kosten ca. 30-40 Euro)

gebogene, vorne stumpfe Schere (Pfoten, untere Linie, Innenseite Beine) Kosten: ca. 30 Euro