Wie bei uns Menschen führt auch bei unseren Hunden die moderne Zivilisation mehr und mehr zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Praktiken der heutigen Hundezucht und noch vielmehr der Vermehrung von Hunden ohne die notwendigen Kenntnisse tragen einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei. Nur allzu häufig gehen die steigenden Erbdefekte auch mit Problemen der Verdauungsorgane und des Stoffwechsels einher. Eine Auseinandersetzung mit einer artgerechten Ernährung kann viele dieser Schäden positiv beeinflussen, wenn nicht sogar vermeiden, und stellt einen Teil unserer Verantwortung gegenüber unseren vierbeinigen Familienmitgliedern dar.
Das Tierschutzgesetz fordert vom Hundehalter, seinen Hund seinen
Bedürfnissen entsprechend angemessen zu ernähren (§2
Abs.1 TierSchG) und über die für eine angemessene Ernährung
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu verfügen (§2
Abs. 3 TierSchG). Eine angemessene Ernährung versorgt einen Hund
regelmäßig mit allen notwendigen und seinen artgemäßen
Bedarf deckenden Nährstoffen.![]()
Unsere Haushunde stammen vom Wolf ab und Wölfe sind hauptsächlich Karnivoren, d.h. Fleischfresser. Ihr Gebiss und ihre Verdauung sind besonders gut dafür ausgelegt, auch größere Fleischstücke und Knochen zu zerteilen und zu verdauen. Sie fressen neben dem Fleisch und Knochen ihrer Beutetiere aber auch Organe, vor allem den Magen und dessen Inhalt. Die vorverdauten Reste von Blättern, Halmen, Kräutern und Beeren, selten von Getreide, stellen eine wichtige Ergänzung des wölfischen Speiseplans dar. So wird der Wolf mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt: Eiweißen (Proteinen), Fetten, Kohlehydraten, Mineralstoffen und Vitaminen. Unsere Hunde haben sich zwar im Laufe der Entwicklung vom Wolf zum Hund und der Anpassung an den Menschen auch hinsichtlich der Nahrung an das angepasst, was der Mensch ihnen anbietet, dennoch bleiben sie Karnivoren.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Hundeernährung: industriell hergestelltes Fertigfutter oder selbst zubereitetes, rohes oder gekochtes Futter.
Im Bereich der Fertigfutter unterscheidet man in Alleinfutter, Ergänzungsfutter und Beifutter. Alleinfutter soll den Hund mit allen notwenigen Nährstoffen versorgen und wird als Trocken-, Feucht- und Halbfeuchtfutter angeboten. Ergänzungsfuttermittel in Form von kohlehydrat-, eiweiß- oder mineralstoff-/vitaminreichen Produkten dienen der Ergänzung anderer Futtermittel, um in der Gesamtration den individuellen Bedarf des Hundes zu decken. Als Zusatz zum Alleinfutter ist das Beifutter ein zu ordnen. Es kann dem Hund zur Belohnung, zur Zahnreinigung oder Beschäftigung gegeben werden.
Die bezüglich der Beschaffung und täglichen Vorbereitung einfachste Form der Fütterung ist der Griff zum Alleinfuttermittel. Nachteil sind die zum Teil gravierenden Unterschiede in Zusammensetzung und Qualität und die Schwierigkeiten, aus der Fülle an Produkten das für den eigenen Hund Geeignete heraus zu greifen. Nicht zuletzt wegen der Undurchsichtigkeit der Deklarationen.
Die naturnahe Ernährung, das sogenannte BARF (aus dem Englischen Bones And Raw Food = Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung), das Selberkochen, auch unter Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln stellt im Vergleich dazu höhere Ansprüche an den Halter, bedarf es doch einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit den Grundlagen der richtigen Hundeernährung. Auch die Zubereitung und Beschaffung der notwendigen Zutaten kann sich besonders am Anfang aufwändiger gestalten. Doch hat der Hundehalter so Zusammensetzung und Qualität des Futters selbst in der Hand und kann, besonders bei empfindlichen oder gesundheitlich beeinträchtigten Hunden, optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes eingehen.
Qualitativ hochwertige, den Anforderungen an eine artgerechte Hundeernährung
gerecht werdende Fertigfutter bewegen sich preislich im gleichen Rahmen
wie die Roh- bzw. Frischfütterung. ![]()
Welche Art der Fütterung Sie wählen, hängt von Ihrer persönlichen Einstellung zu einer artgerechten Hundeernährung, den gesundheitlichen Voraussetzungen Ihres Hundes und in gewissen Punkten auch Ihrem Geldbeutel ab.
Literatur und Links:
Die Ernährung des Hundes – Grundlagen und Praxis, Helmut Meyer und Jürgen Zentek
Hunde richtig füttern, Helmut Meyer und Jürgen Zentek
1x1 der Hundeernährung, Dr. Friedmar Krautwurst
B.A.R.F. – Artgerechte Rohernährung für Hunde, S.L. Schäfer und B.R. Messika
Natural Dog Food – Rohfütterung für Hunde, Susanne Reinerth
Rohfütterung für Hunde - Frischfleischfütterung leicht gemacht, Silke Böhm
http://www.hund-und-futter.de
http://www.cats-country.de/TierfutteretikettenHund.pdf
http://www.barfers.de
http://www.marengo.de/forum/index http://www.apbt.at
und siehe auch die Linkseite für Ernährung!
Diese Einleitung zum Thema wurde von Catharina Wiethüchter geschrieben,
weitere Ausführungen folgen.
Mein herzlichster Dank an unsere "Futterfachfrau"!
